Heizlast-Rechner: Heizlast Ihres Hauses überschlägig berechnen
Faustregel: Heizlast in kW = spezifische Heizlast in W/m² × beheizte Fläche in m² / 1.000. Ein Haus von 1985 mit 140 m² liegt bei 100–120 W/m², also 14 bis 17 kW; nach Dämmung von Dach und Fenstern bei 8 bis 11 kW. Der Rechner korrigiert den Wert für die Normaußentemperatur Ihrer Region und nennt die passende Wärmepumpen-Heizleistung. Es ist ein Überschlag, keine Berechnung nach DIN EN 12831.
Heizlast überschlägig berechnen
Baustandard, beheizte Fläche und Region wählen.
Überschlag nach Erfahrungswerten. Das Ergebnis ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1, die für die Auslegung einer Wärmepumpe und für die BEG-Förderung erforderlich ist.
Wie wird gerechnet?
Die Heizlast eines Gebäudes ist die Wärmeleistung, die bei Normaußentemperatur nötig ist, um alle Räume auf Solltemperatur (in Wohnräumen 20 °C) zu halten. Die genaue Berechnung nach DIN EN 12831-1 erfasst jedes Bauteil mit U-Wert und Fläche sowie die Lüftungsverluste jedes Raums. Der Überschlag ersetzt diese Bilanz durch Erfahrungswerte: Für jede Baualtersklasse ist bekannt, wie viel Watt je Quadratmeter Wohnfläche typische Gebäude benötigen. Multipliziert mit der beheizten Fläche ergibt das die Heizlast.
Die Tabellenwerte gelten für eine Normaußentemperatur von rund −12 °C, also 32 K Differenz zur Raumluft. Der Rechner skaliert sie mit dem Faktor (20 °C − Normaußentemperatur) / 32 K auf Ihre Region. Wird das Warmwasser ebenfalls über die Wärmepumpe erzeugt, kommen 0,25 kW je Person hinzu, ein üblicher Ansatz für die Anlagenauslegung im Einfamilienhaus. Das Ergebnis erscheint als Spanne, weil die spezifischen Werte selbst Spannen sind.
Beispiel: Reihenhaus, Baujahr 1968, 140 m², Heppenheim
Unsaniert: 150–170 W/m² × 140 m² = 21,0–23,8 kW bei −12 °C. Für die Bergstraße gilt eine Normaußentemperatur um −10 °C, Faktor 30/32 = 0,94, also 19,7–22,3 kW. Mit vier Personen und Warmwasser über die Wärmepumpe werden 20,7–23,3 kW empfohlen – eine Größe, die für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Einfamilienhaus unüblich ist. Nach Fenstertausch und Dachdämmung (teilsaniert, 60–80 W/m²) sinkt die Heizlast auf 7,9–10,5 kW; im Praxisbeispiel aus dem Magazin waren es gemessen 8,5 kW, eine 9-kW-Wärmepumpe reichte aus. Der Überschlag trifft die Größenordnung, ersetzt aber nicht die raumweise Berechnung.
Spezifische Heizlast nach Baualter
| Baujahr / Standard | Spezifische Heizlast | 140 m² bei −12 °C | 140 m² bei −10 °C |
|---|---|---|---|
| vor 1977, unsaniert | 150–170 W/m² | 21,0–23,8 kW | 19,7–22,3 kW |
| 1978–1994 (WSchV 77/84) | 100–120 W/m² | 14,0–16,8 kW | 13,1–15,8 kW |
| 1995–2001 (WSchV 95) | 70–90 W/m² | 9,8–12,6 kW | 9,2–11,8 kW |
| 2002–2015 (EnEV) | 50–60 W/m² | 7,0–8,4 kW | 6,6–7,9 kW |
| Effizienzhaus 55 | 35–45 W/m² | 4,9–6,3 kW | 4,6–5,9 kW |
| Effizienzhaus 40 | 25–35 W/m² | 3,5–4,9 kW | 3,3–4,6 kW |
| Passivhaus | 10–15 W/m² | 1,4–2,1 kW | 1,3–2,0 kW |
Die Werte sind Erfahrungswerte, wie sie der Bundesverband Wärmepumpe und Heizungshersteller für die Vorauslegung nennen; sie decken sich mit den Baualtersklassen der Wärmeschutzverordnungen 1977, 1984 und 1995 sowie der EnEV 2002. Warum die Heizlast das erste von drei Kriterien für den Heizungstausch ist, erklärt der Beitrag Wärmepumpe im Altbau. Die verbindliche Berechnung gehört zum Wärmepumpen-Eignungscheck und zur Heizungsoptimierung nach Verfahren B.
Häufige Fragen zur Heizlast
Wie viel kW Heizlast hat ein Einfamilienhaus?
Was ist der Unterschied zwischen Heizlast und Heizwärmebedarf?
Wie wird die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnet?
Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?
Warum ist die Region wichtig?
Reicht der Überschlag für den Förderantrag?
Grenzen der Berechnung
- Das Ergebnis ist ein Überschlag und ersetzt keine Berechnung nach DIN EN 12831-1. Für Förderanträge und die Anlagenauslegung ist die raumweise Norm-Heizlast erforderlich.
- Die Baualtersklasse sagt nichts über nachträgliche Dämmung, Fenstertausch oder Anbauten aus. Wählen Sie bei Teilsanierungen die passende Zwischenstufe.
- Kompakte Gebäude (Reihenmittelhäuser, Geschosswohnungen) liegen am unteren Rand, freistehende Bungalows mit viel Hüllfläche am oberen Rand der Spanne.
- Die Normaußentemperaturen sind regionale Richtwerte; DIN/TS 12831-1 legt sie ortsgenau fest, Höhenlagen über 400 m erhalten Abschläge.
- Der Warmwasserzuschlag von 0,25 kW je Person ist ein Auslegungsansatz für Einfamilienhäuser; bei Speicherladung mit Sperrzeiten kann er höher ausfallen.
Quellen
- DIN EN 12831-1:2017-09 mit nationalem Anhang DIN/TS 12831-1:2020-04: Energetische Bewertung von Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast; Normaußentemperaturen.
- Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V.: Klimakarte mit Normaußentemperaturen nach PLZ; Leitfaden Wärmepumpen-Auslegung.
- Wärmeschutzverordnungen 1977, 1984, 1995 und EnEV 2002 als Grundlage der Baualtersklassen.
- Erfahrungswerte zur spezifischen Heizlast nach Baualter aus Herstellerleitfäden (u. a. Wolf, Viessmann) und der Energieberatungspraxis.
- Richtlinie BEG EM vom 17.07.2026: Anforderung einer Heizlastberechnung und des hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B beim Heizungstausch.