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U-Wert-Rechner: Wärmedurchgang eines Bauteils berechnen

Der U-Wert ergibt sich aus U = 1 / (Rsi + Σ d/λ + Rse): Dicke jeder Schicht geteilt durch ihre Wärmeleitfähigkeit, plus die Übergangswiderstände innen und außen. Eine ungedämmte 36,5-cm-Ziegelwand kommt auf rund 1,2 W/(m²·K), mit 14 cm EPS 032 auf etwa 0,18. Das GEG verlangt bei Sanierung höchstens 0,24, die BEG-Förderung 0,20 W/(m²·K).

U-Wert berechnen

Schichten von außen nach innen eingeben, Dicke in Zentimetern.

Näherung
– U-Wert in W/(m²·K)
– Wärmedurchgangswiderstand RT in m²K/W
– Wärmeverlust je m² bei −10 °C außen, 20 °C innen
0 Skala bis 2,0 W/m²K
Ihr Bauteil GEG-Höchstwert: 0,24 BEG-Fördergrenze: 0,20

Rechenweg: RT = Rsi + Σ (d / λ) + Rse, U = 1 / RT. Übergangswiderstände nach DIN EN ISO 6946, λ-Bemessungswerte in der Größenordnung der DIN 4108-4. Wärmebrücken, Feuchte, Hinterlüftung und inhomogene Schichten (z. B. Sparren) sind nicht berücksichtigt.

Wie wird der U-Wert gerechnet?

Grundlage ist DIN EN ISO 6946. Jede Schicht eines Bauteils setzt dem Wärmestrom einen Widerstand entgegen, der sich aus Dicke d (in Metern) und Wärmeleitfähigkeit λ (in W/(m·K)) ergibt: R = d / λ. Die Widerstände aller Schichten werden addiert, dazu kommen die Wärmeübergangswiderstände an der Innenseite (Rsi) und an der Außenseite (Rse). Sie bilden ab, dass Wärme an der Oberfläche nicht verlustfrei an die Luft übergeht. Für eine Außenwand gilt Rsi = 0,13 und Rse = 0,04 m²K/W, für ein Dach 0,10 und 0,04, für einen Boden gegen Erdreich 0,17 und 0,00. Der Kehrwert der Summe ist der U-Wert.

Für Fenster ist die Schichtrechnung nicht sinnvoll, weil Glas, Randverbund und Rahmen zusammenwirken. Hier gilt der Uw-Wert aus dem Datenblatt des Herstellers, der nach DIN EN ISO 10077 bestimmt wird. Der Rechner nimmt diesen Wert entgegen und ordnet ihn gegen GEG und BEG ein.

Beispiel: Ziegelwand aus den 1970er Jahren mit und ohne Dämmung

Aufbau von außen nach innen: 2 cm Kalkzementputz (λ 0,87), 36,5 cm Hochlochziegel (λ 0,58), 1,5 cm Innenputz (λ 0,7). Die Widerstände: 0,02 / 0,87 = 0,023; 0,365 / 0,58 = 0,629; 0,015 / 0,7 = 0,021. Mit den Übergangswiderständen 0,13 und 0,04 ergibt sich RT = 0,843 m²K/W und U = 1 / 0,843 = 1,19 W/(m²·K).

Dieselbe Wand mit 14 cm EPS 032 als Wärmedämmverbundsystem: 0,14 / 0,032 = 4,375 m²K/W kommen hinzu, RT = 5,22 m²K/W, U = 0,19 W/(m²·K). Die Dämmschicht liefert damit über 80 % des gesamten Widerstands, die Ziegelwand selbst spielt nur noch eine Nebenrolle. Bei 30 K Temperaturunterschied sinkt der Verlust von 36 W/m² auf knapp 6 W/m².

Typische U-Werte nach Baualter

Bauteil vor 1978 1978–1994 1995–2001 GEG Bestand BEG EM
Außenwand1,0–1,70,6–0,80,4–0,50,240,20
Dach / oberste Geschossdecke0,8–1,50,4–0,50,30,240,14
Kellerdecke / Boden0,8–1,20,6–0,70,4–0,50,300,25
Fenster (Uw)2,7–5,02,6–3,01,6–1,81,30,95

Die Baualtersklassen orientieren sich an den Wärmeschutzverordnungen von 1977, 1984 und 1995; die Bestandswerte sind typische Spannen, die bei der Datenaufnahme im individuellen Sanierungsfahrplan durch die tatsächlichen Bauteile ersetzt werden. Wenn der Wandaufbau unbekannt ist, hilft eine Thermografie, ungedämmte Bereiche und Wärmebrücken zu erkennen.

Häufige Fragen zum U-Wert

Was sagt der U-Wert aus?
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Bauteil und pro Kelvin Temperaturunterschied nach außen fließt, in W/(m²·K). Eine Wand mit U = 1,4 verliert bei 30 K Differenz etwa 42 W je m², eine gedämmte Wand mit U = 0,2 nur rund 6 W je m². Je kleiner der Wert, desto besser dämmt das Bauteil.
Welcher U-Wert ist nach GEG Pflicht?
Bei der Sanierung von Bestandsgebäuden gelten nach GEG Anlage 7 Höchstwerte: Außenwand 0,24, Dach und oberste Geschossdecke 0,24, Boden und Kellerdecke 0,30, Fenster 1,3 und Dachflächenfenster 1,4 W/(m²·K). Sie greifen, sobald ein Bauteil erneuert oder erstmals eingebaut wird (GEG § 48) und mehr als 10 % der Bauteilfläche betroffen sind.
Welcher U-Wert ist für die BEG-Förderung nötig?
Die technischen Mindestanforderungen der BEG EM (Richtlinie vom 17.07.2026) liegen deutlich unter dem GEG: Außenwand 0,20, Dach und oberste Geschossdecke 0,14, Kellerdecke und Boden gegen Erdreich 0,25, Fenster 0,95 und Dachflächenfenster 1,0 W/(m²·K). Bei Baudenkmalen gelten Erleichterungen, etwa 0,45 für Außenwände.
Wie viel Dämmung brauche ich für U = 0,20?
Auf einer 36,5-cm-Ziegelwand (U ≈ 1,2) reichen 14 cm EPS 032 oder 16 cm Mineralwolle 035, um unter 0,20 W/(m²·K) zu kommen. Auf Kalksandstein oder Beton ist der Ausgangswert schlechter, die nötige Dämmstärke aber fast dieselbe, weil die Dämmschicht den Widerstand dominiert. Probieren Sie es oben im Rechner aus.
Warum weicht das Ergebnis vom Energieausweis ab?
Der Rechner bildet ein homogenes Schichtpaket ab. Im Energieausweis und in der Beratung werden zusätzlich Wärmebrücken, inhomogene Schichten (Sparren zwischen Dämmung), Feuchtezuschläge und die tatsächlichen Bemessungswerte der verbauten Produkte berücksichtigt. Bei Sparrendächern liegt der reale U-Wert typisch 10 bis 20 % über dem reinen Dämmschichtwert.
Woher kommen die λ-Werte?
Die Wärmeleitfähigkeiten sind Bemessungswerte in der Größenordnung der DIN 4108-4 bzw. der Bauregelliste. Für Dämmstoffe gilt die Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) des Produkts, z. B. WLS 032 = 0,032 W/(m·K). Wählen Sie „Eigener Wert“, wenn Sie den Wert aus dem Datenblatt kennen.

Grenzen der Berechnung

  • Es wird ein homogenes, trockenes Schichtpaket angenommen. Sparren, Ständer, Anker und Befestigungen erhöhen den realen U-Wert.
  • Wärmebrücken (Fensterlaibungen, Deckenstirnseiten, Balkonplatten) sind nicht enthalten; im Nachweis werden sie pauschal oder detailliert ergänzt.
  • Luftschichten, Hinterlüftungen und Dampfbremsen haben eigene Rechenregeln, die hier vereinfacht sind.
  • Die λ-Werte sind Orientierungswerte. Maßgeblich ist der Bemessungswert des eingebauten Produkts.
  • Ob ein Bauteil förderfähig ist, entscheidet nicht nur der U-Wert, sondern auch die Umsetzung durch ein Fachunternehmen und die Antragsreihenfolge.

Quellen

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024), Anlage 7: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderung von Außenbauteilen; § 48 Anforderungen an bestehende Gebäude.
  • Richtlinie Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17.07.2026, Technische Mindestanforderungen; BAFA-Merkblatt.
  • DIN EN ISO 6946: Bauteile – Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient – Berechnungsverfahren.
  • DIN 4108-4: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte.
  • DIN EN ISO 10077-1: Wärmetechnisches Verhalten von Fenstern, Türen und Abschlüssen.