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Wärmepumpen-Rechner: Stromverbrauch, Ersparnis und Amortisation

Strombedarf der Wärmepumpe = bisheriger Gasverbrauch × Kesselnutzungsgrad / Jahresarbeitszahl. Aus 20.000 kWh Gas werden bei 85 % Nutzungsgrad und JAZ 3,2 rund 5.300 kWh Strom: 1.275 € bei 24 ct/kWh statt 2.200 € für Gas bei 11 ct/kWh, also rund 925 € Ersparnis im Jahr. Mit 46 % BEG-Förderung auf 32.000 € Investition amortisiert sich der Eigenanteil von 19.100 € in gut 20 Jahren – mit Gegenrechnung des fälligen Kesseltauschs deutlich schneller.

Wärmepumpe gegen Gas oder Öl rechnen

Bisherigen Verbrauch eingeben, JAZ und Preise anpassen.

Näherung
– Wärmebedarf pro Jahr
– Strombedarf der Wärmepumpe
– Ersparnis pro Jahr
– Amortisation des Eigenanteils
– Energiekosten alt
– Stromkosten Wärmepumpe
– CO₂-Ersparnis pro Jahr

Rechenweg: Wärmebedarf = Verbrauch × Heizwert × Kesselnutzungsgrad; Strombedarf = Wärmebedarf / JAZ. Förderung auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten (erste Wohneinheit, BEG EM ab 21.07.2026). CO₂: Erdgas 0,201, Heizöl 0,266, Strom 0,344 kg/kWh (Umweltbundesamt, Strommix 2025, vorläufiger Wert). Ohne Preissteigerungen, Wartung und Zinsen.

Wie wird gerechnet?

Ausgangspunkt ist der bisherige Verbrauch in Kilowattstunden Endenergie (Heizöl: Liter × 10 kWh). Nicht alles davon kommt als Wärme im Haus an: Ein Niedertemperaturkessel setzt rund 85 % um, ein alter Kessel 75 %, ein Brennwertgerät bis 95 %. Der so ermittelte Wärmebedarf ist die Menge, die die Wärmepumpe künftig liefern muss. Geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) – das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom über ein ganzes Jahr – ergibt sich der Strombedarf.

Die Kosten werden mit dem Arbeitspreis des Wärmepumpentarifs und dem bisherigen Gas- oder Ölpreis verglichen. Für die Amortisation wird die BEG-Förderung von der Investition abgezogen; förderfähig sind höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit (Stand 21.07.2026). Wer ohnehin einen neuen Kessel bräuchte, trägt dessen Preis als Gegenrechnung ein. Die CO₂-Bilanz nutzt die Emissionsfaktoren des Umweltbundesamts: 0,201 kg je kWh Erdgas, 0,266 kg je kWh Heizöl und 0,344 kg je kWh Strom (Strommix 2025, vorläufiger Wert).

Beispiel: Ölheizung von 1996 in Bensheim

2.200 Liter Heizöl im Jahr = 22.000 kWh Endenergie; bei 85 % Nutzungsgrad 18.700 kWh Wärme. Kosten bisher: 3.520 € bei 1,60 €/l. Nach Fenstertausch sind große Heizkörper vorhanden, die Vorlauftemperatur liegt bei 50 °C, angesetzt wird JAZ 3,2: Strombedarf 5.844 kWh, Stromkosten 1.403 € bei 24 ct/kWh, Ersparnis 2.117 € im Jahr. CO₂: 5.852 kg bisher gegenüber 2.010 kg neu, minus 66 %. Investition 32.000 €, Förderung 46 % auf 28.000 € = 12.880 €, Eigenanteil 19.120 €. Ohne Gegenrechnung amortisiert sich das in rund 9 Jahren; mit einem ohnehin fälligen Kesseltausch für 12.000 € in gut 3 Jahren. Beim Ölpreis vom Frühjahr 2026 (1,00 €/l) wären es 24 beziehungsweise 9 Jahre gewesen – die Amortisation hängt stark am Ölpreis. Mit Einkommensbonus (70 %) sinkt der Eigenanteil auf 12.400 €.

Typische Werte für den Vergleich

Größe Wert 2026 Quelle / Hinweis
Erdgas, Arbeitspreis10–12 ct/kWhVerivox, Neukundentarife Sept. 2026, inkl. CO₂-Preis 55–65 €/t
Heizölca. 1,60 €/lheizoel24, Bundesdurchschnitt 13.09.2026 für 3.000 l (Frühjahr 2026: ca. 1,00 €/l)
Wärmepumpenstrom (§ 14a EnWG, eigener Zähler)20–26 ct/kWhVerivox, Marktdurchschnitt 24 ct, Neukunden ab 20,7 ct
Haushaltsstromca. 37 ct/kWhBDEW-Durchschnitt 2026
JAZ Luft-Wasser im Bestand2,8–3,5Fraunhofer ISE, Feldmessungen „WPsmart im Bestand“
JAZ Sole-Wasser / Flächenheizung3,8–4,5Fraunhofer ISE
Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Einbau27.000–40.000 €Marktübersichten 2026, Einfamilienhaus
Förderquote Selbstnutzer46–80 %BEG EM ab 21.07.2026, max. 28.000 € förderfähig

Ob die angesetzte JAZ erreichbar ist, entscheidet sich an Heizlast, Vorlauftemperatur und Heizkörpern. Die Größenordnung der Heizlast liefert der Heizlast-Rechner, die Kriterien im Detail der Beitrag Wärmepumpe im Altbau. Wer die Wärmepumpe mit Photovoltaik koppelt, senkt den Strompreis für einen Teil des Bedarfs auf die Gestehungskosten der Anlage von rund 8 bis 12 ct/kWh.

Häufige Fragen zur Wärmepumpe

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Strombedarf = Wärmebedarf / Jahresarbeitszahl. Ein Haus, das bisher 20.000 kWh Gas verbraucht, hat bei 85 % Kesselnutzungsgrad einen Wärmebedarf von 17.000 kWh. Mit JAZ 3,2 braucht die Wärmepumpe rund 5.300 kWh Strom, mit JAZ 2,8 etwa 6.100 kWh, mit JAZ 3,8 rund 4.500 kWh. Warmwasser ist enthalten, wenn es bisher ebenfalls über die Gasheizung lief.
Welche Jahresarbeitszahl ist realistisch?
Feldmessungen des Fraunhofer ISE zeigen für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand JAZ-Werte um 3,1, in gut vorbereiteten Gebäuden mit niedriger Vorlauftemperatur 3,5 bis 4,0. Sole-Wasser-Anlagen erreichen 4,0 bis 4,5. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Jedes Grad weniger verbessert die Effizienz um rund 2 bis 2,5 %.
Ab welchem Strompreis lohnt sich die Wärmepumpe gegenüber Gas?
Im Betrieb ist die Wärmepumpe günstiger, solange Strompreis / Gaspreis kleiner ist als JAZ × Kesselnutzungsgrad. Bei JAZ 3,2 und 85 % ist das der Faktor 2,7: Bei 11 ct Gas darf der Wärmepumpenstrom bis rund 30 ct kosten. Wärmepumpentarife nach § 14a EnWG liegen 2026 bei 20 bis 26 ct/kWh, der Haushaltsstrom bei rund 37 ct.
Wie hoch ist die Förderung für die Wärmepumpe 2026?
Seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer beim Ersatz einer Öl-, Gas- oder Kohleheizung, Einkommensbonus 10 bis 40 % je nach Haushaltseinkommen. Höchstens 70 %, bei Einkommen bis 30.000 € 80 %, von maximal 28.000 € förderfähigen Kosten. Der Höchstzuschuss beträgt damit 22.400 €. Der Effizienzbonus ist entfallen.
Wie viel CO₂ spart eine Wärmepumpe?
Mit dem Strommix 2025 (0,344 kg/kWh, vorläufiger Wert des Umweltbundesamts) und JAZ 3,2 verursacht eine kWh Wärme aus der Wärmepumpe rund 0,11 kg CO₂, aus Erdgas 0,24 kg, aus Heizöl 0,31 kg. Bei 17.000 kWh Wärmebedarf sind das rund 1.800 kg gegenüber 4.000 kg (Gas) beziehungsweise 5.300 kg (Öl) – mehr als eine Halbierung, die mit sinkendem Emissionsfaktor des Stroms weiter wächst.
Warum rechnet der Rechner die Amortisation auf den Eigenanteil?
Weil der Zuschuss nicht zurückgezahlt wird, muss nur der Eigenanteil über die Energiekostenersparnis wieder hereinkommen. Wer ohnehin einen neuen Gaskessel für 10.000 bis 14.000 € bräuchte, kann diesen Betrag als Gegenrechnung eintragen; die Amortisation verkürzt sich dann entsprechend. Preissteigerungen, Wartung und Kapitalkosten sind nicht enthalten.

Grenzen der Berechnung

  • Die JAZ ist eine Annahme. Reale Werte hängen von Vorlauftemperatur, Regelung, Warmwasseranteil und Aufstellort ab und lassen sich nur mit Heizlast und Heizkörperprüfung seriös schätzen.
  • Preise sind Momentaufnahmen. Preissteigerungen bei Gas (CO₂-Preis, ab 2027 EU-Emissionshandel ETS 2) und Strom (Netzentgelte) sind nicht enthalten.
  • Grundpreise, Zählergebühren, Wartung, Schornsteinfeger und Kapitalkosten bleiben außen vor; sie fallen bei der Wärmepumpe meist niedriger aus als bei Öl.
  • Die Förderung setzt voraus, dass Antrag vor Auftrag gestellt wird, eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B vorliegen.
  • Für vermietete Gebäude gilt nur die Grundförderung von 30 %; der Klimageschwindigkeitsbonus ist Selbstnutzern vorbehalten.

Quellen

  • Richtlinie BEG EM vom 17.07.2026 (KfW-Zuschuss 458): Fördersätze, Boni, förderfähige Kosten; Verbraucherzentrale, Stand August 2026.
  • Fraunhofer ISE: Feldmessungen zur Jahresarbeitszahl von Wärmepumpen im Bestand („WPsmart im Bestand“).
  • Umweltbundesamt: Emissionsfaktoren Erdgas, Heizöl und Strommix (Strom 2025: 344 g/kWh, vorläufig; Stand März 2026).
  • Verivox: Preisentwicklung Wärmepumpenstrom und Gas, September 2026; BDEW-Strompreisanalyse 2026; heizoel24: Heizölpreis Bundesdurchschnitt, Stand 13.09.2026.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) § 71: Anforderungen an Heizungsanlagen (65 % erneuerbare Energien).